ZEIT Magazin: Die Welt ist mir zuviel

Verwundert trenne ich kleine Beigaben heraus: ein Ausmalbuch für Erwachsene, darin “zarte Blumen, ein Fink oder gestempelte Sinnsprüche”, Postkarten mit Fotos von Luftballons, Papierdrachen und Teetassen, ein Set aus Mach-dir-keine-Sorgen-Karten für den Nachttisch. Eine heile, warme, ängstliche, ganz und gar apolitische Haltung kommt mir da entgegen. Gibt es wirklich eine solche neue Jugendbewegung – raus aus der Welt, ins kuschelige Heim? “Eindeutig”, bestätigt Klaus Hurrelmann. Er ist Soziologe und seit zwölf Jahren Autor der Deutschen Jugendstudie. “Die Sehnsucht nach einem Rückzugsort, nach Halt, ist ein Charakteristikum der jüngeren Generation. Die jungen Menschen sind einerseits hypermodern, flexibel und leistungsbereit. Gleichzeitig hat eine Mehrheit dieser Generation den tiefen Wunsch nach Erdung.” Der Bausparvertrag, sagt Hurrelmann, sei unter Jüngeren wieder extrem beliebt.

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